Teekultur


Dem chinesischen Gelehrten Tien Yi-Heng wird der Ausspruch zugeschrieben:

„Man trinkt den Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst.“

Aber es sind nicht nur philosophische Aspekte, die mit dem Getränk in Verbindung gebracht werden. Seit Jahrtausenden ist Tee für viele Menschen das Lebenselixier schlechthin. Tee hilft gegen Krankheiten und gegen seelische Leiden, schärft die Sinne und bringt Leichtigkeit ins Leben. Rund um den Erdball werden täglich Milliarden Tassen von Tee getrunken. In vielen Ländern haben sich eine eigene Teekulturen entwickelt.

Afternoon Tea in Großbritannien

Zu den bekanntesten Teekulturen in Europa zählt Großbritanien. Auf der Insel wurde Tee Ende des 17. Jahrhunderts zum Lieblingsgetränk. Erst bezogen die Briten die Teeblätter aus China, später wurden sie in ihren Kolonien angebaut. Besonders Indien entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Teelieferanten. Rund 70 Millionen Tassen Tee werden täglich im Vereinigten Königreich genossen. Als beliebtes Ritual ist bis heute der „Afternoon Tea“ erhalten geblieben.

Grün und ungezuckert

Die Chinesen lieben grünen Tee, der gerne ungezuckert getrunken wird. Im Ursprungsland des Tees existieren viele Teezermonien. Die Zubereitung ist eine besondere Kunst, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Drei Arten der Teezubereitung stehen für die chinesische Kultur der Teezubereitung:

  • Die Schule der geschäumten Jade
  • Die Schule des duftenden Blattes
  • Die Schule des gesalzenen Pulvertees

Kunst und Philosophie

Ähnlich wie in China ist in Japan die Teezubereitung eine geschätzte Kunst, die oft in Verbindung mit philosophischen Erkenntnissen dargeboten wird. Zur japanischen Teekultur gehört es, dass festgeschriebene Rituale zelebriert werden. Der Teemeister beherrscht die traditionellen Handgriffe und führt sie über Stunden den Gästen vor. Wer die Geduldsprobe überstanden hat, darf zunächst einen Probeschluck trinken. Nach einem angeregten fachsimpeln über die verschiedenen Teesorten und der bestmöglichen Zubereitung des Tees wird ein zweiter, etwas dünnerer Aufguss gereicht. Geduld ist demnach bei der Teekultur der Japaner der Schlüssel zum Glück. Nebenbei lernt man als Europäer viel über Respekt und Rücksichtnahme in der japanischen Gesellschaft.

Tibetische Gastfreundschaft

Wer bei Tibetern zu Gast ist, bekommt zuerst eine Tasse Tee angeboten, die zugleich nachgefüllt wird, wenn sie zur Hälfte geleert ist. Der Tee wird in kleinen Schlucken getrunken und dessen Geschmack als Zeichen der Höflichkeit ausgiebig gelobt. Milchtee und Buttertee vom Yak sind die geschätzten Getränke der tibetischen Teekultur. Die Zeremonie der Zubereitung geschieht ähnlich wie in China.

Teezeit mit Kluntje

Eine der wichtigen Teekulturen in Deutschland hat Ostfriesland mit seinen Inseln hervorgebracht. Zur Teezeit (Teetied) wird Kluntje in den Tee getan. Wobei darauf geachtet wird, dass erst der Kluntje in die Tasse gelegt und dann der Tee eingegossen wird. Der weiße oder braune Kandiszucker, der nicht umgerührt werden darf, gehört dort seit Jahrhunderten zur Teekultur. Eine weitere Regel für traditionsbewusste Ostfriesen besagt, dass die Kanne vorher heiß ausgespült werden muss. Und als Merksatz für Gäste in Ostfriesland gilt: Drei Tassen sind Pflicht.

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